Geschichte

Im November 1877 hatte die Gemeinde Langförden ein Feuerlöschgerät von
der Firma Jauck erworben, „ein wunderhübsches Ding an Farbe und Gestalt“,
für das jedoch eine entsprechende Unterbringung fehlte. Das teure Gerät
wurde zuerst beim Gemeindevorsteher Stukenborg untergestellt, aber bald
hier, bald dort in einer Scheune oder in einem Stall untergebracht – ein unhaltbarer
Zustand für die kostbare Feuerspritze und die Löschmannschaft.

Die Geschichte des Gerätehauses kann in sechs Abschnitten eingeteilt werden:

 

 1. Spritzenhaus (von 1878 – 1902)                             

Der Kleinlandwirt Joseph Wübbelmann hatte auf dem Grundstück, Flur III, Flurstück 828/70, am heutigen Bomhofer Weg, im Dezember 1877 eine Scheune errichten lassen, die die Gemeinde anmietete, um ihrer ersten Feuerspritze hier ein bleibendes Obdach zu geben. Den Grund und Boden samt Scheune erwarb die Gemeinde Langförden im Jahre 1878 von Wübbelmann und errichtete dort aus den Baumaterialien der Scheune ihr erstes Spritzenhaus, verzeichnet im Brandkassenregister Langförden – Ort unter der Nummer 55.

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Brandkassenregister Langförden-Ort.

Aus der Spezifikation (Aufstellung) geht hervor, dass hierzu das Scheunentor um 8 Zoll (um rund 20,8 cm) verbreitert werden musste. Die „Spritzen- Cammer“ war innen 13 Fuß breit und 14 Fuß lang (3,85 m breit und 4,15 m lang) und besaß eine Höhe von 2,60 m. Der Boden dieser „Spritzen-Garage“ war mit runden Steinen ausgelegt, „… vor die Thür ein anlaufendes Pflaster die Spritze herein fahren zu können …“ Die Ausfahrttür dieses Gerätehauses wurde mit einem starken Schloss versehen, für das nur der jeweilige Gemeindevorsteher, der Spritzenmeister und der Rohrmeister einen Schlüssel besaßen.

Laut Protokoll des Gemeinderates Langfördens vom 30. April 1886 betrug der Beitrag zur Landesbrandkasse für das Spritzenhaus 30,– Mark. Am 10. November 1899 besichtigte die Brandkassenkommission das Gerätehaus und die Einrichtung. Das Protokoll ist leider nicht erhalten geblieben.

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Rekonstruierter Kartenausschnitt von 1898.

 

2. Spritzenhaus (von 1902 – 1925)     

Im Jahre 1902 feierte die Langfördener Pflichtfeuerwehr ihr 25. Stiftungsfest. Es war früher üblich, dass die Feuerwehr bei derartigen Feierlichkeiten irgendein großes Löschgerät als Festgabe von der Gemeinde erhielt. Die Gemeinde sah sich deshalb dazu veranlasst, ihrer Feuerwehr für ihre uneigennützige und erfolgreiche Tätigkeit als Festgabe eine neue, größere Spritze zu übergeben.

Gekoppelt an die zu diesem Fest überreichte große Spritze war die gezwungenermaßen notwendige Vergrößerung des Spritzenhauses, um nun beide Feuerspritzen ordnungsgemäß unterstellen zu können. Hierzu ließ die Gemeinde das alte Gebäude von 1878 abbrechen und durch ein größeres ersetzen, wobei die Materialien vom alten Spritzenhaus ihre Wiederverwendung fanden. Denn dieses Spritzenhaus errichtete die Gemeinde ebenfalls wieder in Fachwerkbauweise und ließ die Lehmfächer mit weißer Farbe übertünchen. Das neue Gebäude versicherte sie nach Fertigstellung im Jahre 1902 bei der Landesbrandkasse unter der Registernummer 57 mit 360,00 Mark, das im Jahre 1920 eine dreifache Wertsteigerung erfuhr, wurde also auf die horrende Summe von 1080,00 Mark geschätzt und 1925 wieder auf einen Wert von 360,– Mark zurückgestuft.

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Brandkassenprotokoll von 1909. 

In diesem Neubau waren nun die beiden Feuerspritzen, die vorgeschriebenen sechs Löscheimer, ein Nothaken mit einem Stiel von fast 6,50 m Länge, zwei Nothaken mit Stielen von 4,20 m und einem Nothaken mit einem Stiel von 3,60 m Länge untergebracht. Außerdem befanden sich in dem Spritzenhaus mehrere Feuerpatschen und sonstige notwendige Löschgerätschaften.

 

3. Spritzenhaus (von 1927 – 1952)              

Im Jahre 1924 beschloss die Gemeinde, für ihre Pflichtfeuerwehr ein neues Gerätehaus an der selben Stelle errichten zu lassen. Hierzu holte sie Angebote von den einheimischen Bauunternehmern ein und ließ das alte Spritzenhaus am 1.04.1925 durch den Langfördener Klempner Heinrich Niehaus abbrechen. Das alte Fachwerk ersteigerte für 300,00 Mark ein Langfördener Interessent. Bereits im Monat Mai 1925 hatte Fritz Recksiek, Langförden, die Fundamente ausgeschachtet und Maurermeister Heinrich Unkraut konnte mit dem Hochziehen des Gebäudes beginnen. Für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses mit Schlauchturm lieferte die Firma Zange aus Delmenhorst 3600 Läufer- und 400 Ecksteine, Bernhard Bergmann aus Steinfeld 1100 rote „Columbus“ Dachziegel und 76 rote Firstziegel, Josef Warnking,Vechta, Kanthölzer, Latten, Hobeldielen und Isolierpappe, die Dampfziegelei Franz Vormoor aus Vechta 8150 Ziegelsteine, den Zement und Kalk die Fa. Schröder aus Schneiderkrug und Reinke-Dieker für das Haupttor einen langen Eisenträger. Für die Auspflasterung der Innenfläche lieferte die Firma Josef Warnking 1426 Pentersteine. Nicht nur die Maurerarbeiten am Gebäude, sondern auch das Ausweißen der Innenwände erfolgte durch die Firma Heinrich Unkraut mit drei Angestellten.

Die Türen und Fenster bestrich die Firma L. Wegner aus Langförden mit 40 Pfund Ockerfarbe und bemalte das ganze Gebäude von außen mittels 1.000 kg blauweißer Farbe. Das Dach erstellte die Fa. Clemens Kleier, Langförden. Sämtliche Eisenarbeiten, auch die für den Aufzug im Schlauchturm, erledigte Schmiedemeister Hermann Asbrede aus dem Orte. Die Schlösser für die Turmtür und das große Tor baute die Fa. G. Nordmann aus Langförden ein. Für insgesamt 2749,28 Reichsmark, die neue Pflasterung für die Auffahrt nicht mit eingerechnet, hatte die Gemeinde bis zum 30.06.1927 ihr neues Feuerwehrgerätehaus in einer Innenlänge von 8,50 m und einer Innenbreite von 4,80 m erstellen lassen. Die Grundfläche des ganz aus Ziegelsteinen errichteten Gerätehauses betrug 40,80 m². Der mit dem Spritzenhaus fest verbundene Schlauchturm stand auf einem Grundsockel von 2 x 2 m, den in 8 m Höhe ein 30 cm massives Betondach zierte. Der Ort Langförden konnte nun vier Türme vorweisen.

Zu den Kosten des neuen Spritzenhauses bewilligte die Landesbrandkasse eine Beihilfe über 729,00 Reichsmark.

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Das Spritzenhaus mit Schlauchturm. Rechts davor der Weg zum Bomhof. Luftaufnahme von 1928 (Ausschnitt).

Die Grundkonzeption stellt einen in dieser Zeit weit verbreiteten Typ der kleinen Spritzenhäuser dar. Die ohne Dekorationselementen verzierte Front des Gebäudes zeigt die Toröffnung für die Spritzen. Links erhebt sich der ebenfalls in Ziegelbauweise erstellte 8,00 m hohe Schlauchturm, der oben mit einer Betonplatte abgedeckt war. Im Innern des Turmes wurden nach Gebrauch die nassen Schläuche zum Trocknen aufgehängt, wobei die sogenannten Fenster der zum Trocknen benötigten Luftzufuhr dienten.

Die Ausstattung der Räumlichkeiten im Spritzenhaus waren zur Zeit der Errichtung des Gebäudes als bedarfsgerecht zu bezeichnen. Doch bereits in den folgenden 30er Jahren, nach Übernahme der Verwaltung des öffentlichenLebens durch die Nationalsozialisten, erfolgten laufend Überprüfungen und Beanstandungen der Inneneinrichtung des Spritzenhauses. 1934 hieß es noch, dass das Spritzenhaus in Ordnung sei, wenn auch ohne Licht und Heizung. Doch im folgenden Jahr wurde bereits die Einrichtung zum Waschen, Trocknen und Aufbewahren der Schläuche als nicht vorschriftsmäßig bezeichnet. Auch der Trockenturm entspräche nicht den feuerpolizeilichen Anforderungen. Er könnte zu Rettungsübungen nicht genutzt werden. Außerdem sei die Einrichtung zum Aufbewahren der Schläuche zu klein, und Steigleitern würden gänzlich fehlen.

3spritzenhausb.jpg Grundriss des Spritzenhauses, 1925. Das Spritzenhaus mit Turm vom Bomhofer Weg aus gesehen.

Im Oktober 1936 erhielt das Spritzenhaus die erste elektrische Beleuchtung mit drei Brennstellen. Eine Heizung fehlte immer noch, ebenso die aufzustellende Werkbank. Material zum Flicken der Schläuche war hingegen angeschafft worden. Auch ein Telefonanschluss für die Wehr war nicht vorhanden. Die Prüfer befahlen der Gemeinde, für den stellvertretenden Brandmeister Willoh ein Telefon zu beantragen. Ferner monierten sie das Fehlen einer Karte mit den eingezeichneten Löschwasserstellen und des Alarmierungsplanes. Wiederholt auf diese Mängel angesprochen, erklärte der Brandmeister am 20. September 1937, dass die Karte für die Löschwasserstellen in Arbeit sei und der Alarmierungsplan noch beim Glaser zum Einrahmen läge.

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Die Westseite des Spritzenhauses, 1925

Am 12.12.1938 erfolgte erneut eine Überprüfung des Spritzenhauses, wobei die Prüfer feststellten, dass der Alarmierungsplan endlich aufgehängt sei, der Löschwasserstellenplan aber immer noch fehle. Auch die Borten für die Gerätschaften seien noch nicht angebaut worden. Am Trockenturm war zwischenzeitlich eine 7,25 m lange Holzleiter angebracht worden. Trotzdem diese nicht den Unfallverhütungsvorschriften entsprach, durfte die Langfördener Feuerwehr den Schlauchturm nun zu Rettungsübungen benutzen. Diese Erlaubnis wurde am 1. November 1941 jedoch wieder zurückgenommen, da eine zu große Unfallgefahr von der instabilen Holzleiter ausgehen würde. Zudem legten die Prüfer der Wehr nahe, das Gerätehaus im Innern einmal gründlich zu überholen.

 

4. Feuerwehrgerätehaus (von 1953 – 1978)

Nachdem festgestellt worden war, dass die Innenmaße des Gebäudes für das geplante LLG mit TS 8 (Leichtes Löschgerät, auch Löschgruppenfahrzeug genannt, mit einer Tragkraftspritze) zu klein wären, legte Amtsbrandmeister Gelhaus, Vechta, der Gemeindeverwaltung Bakum – Langförden nahe, einen Neubau in Erwägung zu ziehen und gleich zu beantragen. Mit seiner Unterstützung ließe sich die Eingabe sicherlich schnell realisieren:

„Das Spritzenhaus in Langförden ist völlich unzureichend. Nach Beendigung des Krieges ist ein Neubau erforderlich. Die unbedingt notwendigen Bauten sollen schon jetzt so weit vorbereitet werden, daß alsbald nach Beendigung des Krieges mit dem Bau begonnen werden kann. Es ist daher schon jetzt das Erforderliche zu veranlassen und ein geeigneter Architekt mit der Planung des Neubaues zu beauftragen.“ 

Eingabe an den Landrat vom 6.01.1941 

Doch der Landrat hielt es in Übereinstimmung mit dem Kreisfeuerwehr - führer für zweckmäßiger, dass zunächst für Bakum ein neues Spritzenhaus geschaffen werden müsste und es erst dann Sinn hätte, an einen weiteren Ausbau für Langförden heranzugehen. Es sollten daher für die Langfördener Wehr erst einmal die erforderlichen Geräte bestellt werden. Außerdem ständen Mittel aus dem Aufkommen der Feuerschutzsteuer nur begrenzt zur Verfügung. Daher könnte derzeit nur eine behelfsmäßige Bauweise der Spritzenhäuser in Betracht kommen, wobei jedoch das Fundament aus Mauerwerk hergestellt werden sollte. Die Aufbauten könnten dann nach Wegfall der Beschränkungen auf dem Bausektor durch eine feste Bauweise ersetzt werden. Da diese Anordnung vom 9. Juli 1942 nur für Gemeinden mit nicht ausreichenden Baulichkeiten galt, wurden in Langförden am Spritzenhaus keine Baumaßnahmen vorgenommen. 

Infolge der Kriegsverhältnisse unterblieben sämtliche geplanten Baumaßnahmen an Feuerlöschgerätehäusern. In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 erfolgte die bedingungslose Kapitulation der gesamten Deutschen Wehrmacht und der Waffenstillstand folgte. Viele Gerätehäuser waren zerstört, Fahrzeuge und Maschinen fehlten. Gerätehäuser, soweit diese durch Kriegsereignisse gelitten hatten, waren durch Gemeinschaftshilfe wieder ordnungsgemäß in Stand zu setzten. 

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Das Foto (um 1940) gibt vom Bomhofer Weg aus den Blick frei auf Bohmann/Willoh (Versammlungslokal der Feuerwehr). Links liegt der Dorfteich, in dem die Schläuche gewaschen wurden. Rechts hinter den Bäumen befindet sich das Grundstück der Feuerwehr.

Die Überprüfung des Langfördener Feuerwehrgerätehauses am 28. August 1945 ergab, dass noch nicht die nötige Ordnung eingekehrt war: „Das Spritzenhaus muss wieder die Visitenkarte der Feuerwehr werden!“ Es sollte versucht werden, die Beschädigung am Dach, als Ersatz für die zur Zeit nicht zu beschaffenden Dachpfannen, vorläufig mit Blech abzudecken. „Die Langfördener Wehr hat einige Bauhandwerker in ihren Reihen, da ist es doch wohl anzunehmen, dass bei einigem guten Willen auch hier ein Weg gefunden wird.“ (Der Kreisbrandmeister am 9. Juli 1946).

Der Betrieb der Freiwilligen Feuerwehr wurde allmählich modernisiert und eine große Motorspritze angeschafft, die allerdings zunächst ausgelagert werden musste, da die Räumlichkeiten des alten Spritzenhauses nicht ausreichten. Unter der unsachgemäßen Unterbringung in der Scheune des Gastwirtes Konrad Willoh, an der Lange Straße, litt jedoch die Schlagkraft der Wehr.

So beschloss der Gemeinderat Langförden in der Sitzung vom 8.01.1952 auf Drängen des Landesbrandmeisters Stöver aus Oldenburg und des Kreisbrandmeisters Lübbehusen aus Vechta den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses mit zwei Stellplätzen für Löschfahrzeuge, Schlauchturm und einer Wohnung für den Gerätewart. Mit der Planung und Ausführung des Neubaues beauftragte die Gemeinde den Architekten Franz Sieve aus Westerlutten.

Vorgesehen war zunächst, den Polizeimeister Himstedt und die Bundespost mit in dem Gebäude unterzubringen. Der Plan wurde aber verworfen und für diese öffentlichen Einrichtungen sollte ein separates Gebäude errichtet werden. 1. Entwurf des Architekten Franz Sieve. NSt-Ol, Best. 262 – 11, Nr. 2826.

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1954 errichtete die Gemeinde neben dem Spritzenhaus am Bomhofer Weg das Polizeigebäude.

Vorgesehen war zunächst, den Polizeimeister Himstedt und die Bundespost mit in dem Gebäude unterzubringen. Der Plan wurde aber verworfen und für diese öffentlichen Einrichtungen sollte ein separates Gebäude errichtet werden.

Durch öffentliche Bekanntmachung in der hiesigen Zeitung versteigerte die Gemeindeverwaltung das Baumaterial des alten Spritzenhauses an den Meistbietenden, den Schlachter Wilhelm Scheele aus Langförden, am 29.04.1952 für 235,– DM. 

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OV vom 26.04.1952

Den Abbruch des Gebäudes nahmen die Feuerwehrkameraden in Eigen - regie vor. Bereits am Montag, dem 28.07.1952, fand um 18.00 Uhr die Grundsteinlegung zum neuen Gerätehaus statt. Anlässlich dieses Ereignisses wurde vom Bürgermeister Alfons Rosenbaum folgende Urkunde in den Grundsockel eingelassen:

Da die Baumaßnahme zügig voranschritt, konnte das Richtfest am 2. September 1953 in Anwesenheit der Ratsherren, der Freiwilligen Feuerwehr und den Handwerkern gefeiert werden. Im folgenden Monat Oktober wurde der Asphaltfußboden eingebracht und Mitte November 1952 waren die großen Einfahrtstore eingesetzt, so dass die bei Konrad Willoh in der alten Scheune untergestellten Feuerwehrfahrzeuge in dem neuen Gerätehaus Einzug halten konnten. Anfang Januar 1953 bezog Hermann Wöhrmann die Wohnung für den Gerätewart im Dachgeschoss.

Die Gesamtkosten für das 1.008,34 cbm umfassende Feuerwehrgerätehaus beliefen sich auf rund 45.375,– DM. Hierzu erhielt die Gemeinde Langförden einen Zuschuss aus der Feuerschutzsteuer in der Höhe von 30 Prozent. 

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Handskizze zur Verlegung des Weges vom August 1953.

Zwischenzeitlich waren auch die Arbeiten an den Außenanlagen in Angriff genommen worden. Die Baumaßnahme des Gerätehauses und drei weitere Bauvorhaben an dem Gemeindeweg Nr. IV machten es erforderlich, den vom Bomhof kommenden Weg ab der Kurve um ca. 20 m weiter nach Norden zu verlegen. Die an der Südseite der Straße befindlichen Eichenbäume versteigerte die Gemeinde an Borgerding aus Spreda zum Preis von 55,– DM je Festmeter. Die Fa. Fortmann & Dasenbrock, Langförden, erstellte die Zufahrt zum Spritzenhaus und zum danebenliegenden Feuerlöschteich. Die Firma Kessing aus Damme legte einen Flachspiegelbrunnen an und der südliche Teil des Grundstückes erhielt eine Umzäunung.

Zwischenzeitlich waren auch die Arbeiten an den Außenanlagen in Angriff genommen worden. Die Baumaßnahme des Gerätehauses und drei weitere Bauvorhaben an dem Gemeindeweg Nr. IV machten es erforderlich, den vom Bomhof kommenden Weg ab der Kurve um ca. 20 m weiter nach Norden zu verlegen. Die an der Südseite der Straße befindlichen Eichenbäume versteigerte die Gemeinde an Borgerding aus Spreda zum Preis von 55,– DM je Festmeter. Die Fa. Fortmann & Dasenbrock, Langförden, erstellte die Zufahrt zum Spritzenhaus und zum danebenliegenden Feuerlöschteich. Die Firma Kessing aus Damme legte einen Flachspiegelbrunnen an und der südliche Teil des Grundstückes erhielt eine Umzäunung.

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Kopie der Urkunde von der Grundsteinlegung am 28.07.1952

Im Frühjahr 1953 bezog die Freiwillige Feuerwehr Langförden ihr neues, schmuckes Gerätehaus am Bomhofer Weg. Ein seit langem unhaltbarer Zustand war damit beendet.

Die erste größere Belastungsprobe widerfuhr dem Gebäude am 15.01.1954. Über Norddeutschland fegte ein orkanartiger Sturm hinweg, der nicht nur Häuser abdeckte und Bäume umknickte, sondern auch die Lüftungsklappen im 12 m hohen Schlauchturm in den Turm drückte und erheblichen Schaden am Schlauchaufzug und an der Dacheindeckung verursachte. Acht Feuerwehrkameraden waren nötig, die Sturmschäden zu beheben.

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Die Firma Kessing aus Damme beim Niederbringen des Flachspiegelbrunnens. Aufnahme von 1952

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Das Feuerwehrgerätehaus nach der Fertigstellung. Aufnahme: Herbst 1953

Die vermehrte Inanspruchnahme und Mauerabsackungen des Feuerlöschgerätehauses bewirkten erhöhte Abnutzungserscheinungen am Gebäude. Auf Antrag des Gemeindebrandmeisters Rudolf Bokern veranlasste die Gemeindeverwaltung im Januar 1969 eine größere Renovierung der Innenräume und die Neupflasterung vor der Fahrzeughalle.

 

Erweiterungsbau 1972

Am 29. Juli 1969 bat der Gemeindebrandmeister Ru dolf Bokern die Ge - meinde, das Gerätehaus um einen Schulungsraum für 30 bis 40 Personen, Geräte- und Bekleidungsraum mit sanitären Anlagen und eine Halle für ein eventuelles Sonderfahrzeug zu erweitern. Zu der Zeit musste die theoretische Unterrichtung der 38 aktiven Mitglieder der Feuerwehr in unzumutbaren Räumen einer Gastwirtschaft stattfinden. Ein nicht mehr länger tragbarer Zustand, der abgestellt werden sollte. Der Gemeinderat beauftragte am 20. Juli 1970 die Architekten Preuß & Middendorf aus Langförden mit der Planung der Erweiterung, aber ohne die Einrichtung einer größeren Halle für ein drittes Fahrzeug. Dagegen sah die Gemeinde den Einbau einer Gruppenwasserversorgungsanlage für das Neubaugebiet „Im Meyerhof“ in den Kellerräumen des Anbaues vor.

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Lageplan M. 1 : 500 (verkleinert).

Die Maurerarbeiten führte Siegfried Evers aus, die Dachdeckerarbeiten Albert Gerdes, Installations-, Elektro- und Klempnerarbeiten Otto Niemann, Tischlerarbeiten Josef Averbeck, Fliesenarbeiten Werner Schulz, Glaserarbeiten L. Wegner, Malerarbeiten A. Hinze und die Heizungs- und Gruppenwasserversorgungsanlage erstellte die Fa. Rudolf Bokern. Trotz witterungsbedingter Bauverzögerung konnte die Maßnahme zum Monat April 1972 abgeschlossen werden. 

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Das Gerätehaus mit Ausbau vom Bomhofer Weg aus gesehen. Aufnahme von 1972

Die Kosten der Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses beliefen sich, bei einem umbauten Raum von 669,72 m³, auf 104.906,37 DM. Als Beihilfe aus den Mitteln der Feuerschutzsteuer erhielt die Gemeinde 36.431,– DM und aus dem Zentralfonds des überörtlichen Feuerschutzes 4.000,– DM.

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Das Feuerwehrgebäude um 1972: Unter dem Schulungsraum (rechts) befand sich die Wasserversorgungsanlage.

Zur ersten Generalversammlung im neuen Schulungs- und Aufenthaltsraum am 11.04.1972 überreichte Bürgermeister Hugo Böckmann den Hausschlüssel und im Namen der Gemeinde als Einzugspräsent eine Wanduhr. Bürgermeister Böckmann wünschte der Feuerwehr, der neue Gebäudeteil möge nicht nur der Festigung der theoretischen Ausbildung, sondern auch der Pflege der Kameradschaft dienen.

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Das imposante Gebäude am Bomhofer Weg. Aufnahme 1974

 

5. Feuerwehrgerätehaus (von 1978)                   

Die wachsende Industrialisierung in Langförden und die damit verbundene Bautätigkeit sowohl im Bereich der Fabrikationsgebäude als auch in dem der Wohnhäuser, die zu einer Erhöhung der Gebäudezahl und Ausdehnung des Dorfes führte, bedingte die Modernisierung der Ausrüstung der Feuerwehr und machte eine Vergrößerung des Gerätehauses notwendig. Diese Notwendigkeit der Erweiterung beziehungsweise Erneuerung der Baulichkeiten des Gerätehauses, vom Ortsbrandmeister R. Bokern dem Rat und der Verwaltung der Stadt Vechta am 20.07.1977 eindringlich dargelegt, wurde positiv aufgenommen, wie die Reaktion eindeutig belegt. Bereits im Februar 1978 lagen seitens der Stadtverwaltung die Baupläne für die Erweiterung des Gerätehauses vor. Schon im Monat März erfolgte der Abbruch des alten Feuerwehrgerätehauses, nur der Schlauchturm aus dem Jahre 1952 blieb stehen.

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Die alte Fahrzeughalle mit der darüberliegenden Gerätewartwohnung wird abgerissen, beobachtet von Alfred Ovelgönne, Hubert Gramann, Klaus Heckmann und Paul Nordmann. Aufnahme von 1978

Die Grundkonzeption stellt für einen in dieser Zeit weit verbreiteten Typ der Flachdachhallenbauten dar. Die Baukosten für die 16,00 m breite und 11,50 m tiefe Fahrzeug- und Gerätehalle beliefen sich auf rund 185.000,– DM. Am selben Abend, an dem die Langfördener Feuerwehr im Gerätehaus ihre Jahresversammlung abhielt, fasste der Verwaltungsausschuss der Stadt Vechta einen „Feuerwehr-Beschluss“: Die Arbeiten für die Erweiterung des Gerätehauses wurden vergeben. Es handelte sich um die Arbeiten für den Rohbau. 

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Auch der letzte Eichenbaum an der Nordwestecke des Grundstückes wird heraus gerissen, um der Vergrößerung der Halle nicht im Wege zu stehen. Aufnahme vom April 1978

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Lageplan 1 : 500 (verkleinert)

Nachdem die Aufträge zum Neubau der 3-teiligen Halle vergeben waren, konnte das Gebäude im Herbst 1978 von der Freiwilligen Feuerwehr Langförden in Benutzung genommen werden. 

Die Einweihung der neuen Fahrzeughalle fand am 15. Mai 1979 statt. Nach der Einweihung segnete Pfarrer Josef Meyer auch das neue Löschgruppenfahrzeug der Wehr. 

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Baubesprechung: Paul Nordmann, Rudolf Bokern, Aloys Landwehr, Bernard Honkomp und Paul Herfort.

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Die Fahrzeughalle kurz vor dem Richtfest.

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Aufnahme vom Neubau bei der Einweihung des Löschgruppenfahrzeug LF8. Foto: Heinz Boye

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Die Fahrzeughalle im verschneiten Winterkleid.