Atem-, Strahlen- und Umweltschutz

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Der Atemschutz ist seit Bestehen der ersten Feuerwehren eine Notwendigkeit, die bei Feuerwehrveteranen oft aus falschem Stolz als Feigheit des Mannes abgetan wurde. Ihnen diente bestenfalls ein Schnauzbart als Filter. Die zunehmende Industrialisierung zwingt heute zu einem immer perfekteren Atem- und Vollkörperschutz, weil die Chemikalien und Ultragifte an den Einsatzstellen nahezu unberechenbar sind und die mitgeführten Messmöglichkeiten oft nicht ausreichen, um Art und Konzentration bestimmen zu können. Vorrangige Aufgabe des Atemschutzes ist es daher, Atem- und Umweltgifte qualitativ und quantitativ festzustellen, die Einsatzkräfte und Dritte davor zu schützen und eine weitere Verbreitung der Stoffe in der Umwelt möglichst zu verhindern.

  Bei nahezu allen Brandeinsätzen wird von den Einsatzkräften Atemschutz getragen, da es kaum noch Brände gibt, bei denen keine gefährlichen Brandgase freigesetzt werden.

Hier wird unterschieden in: Umluftunabhängigen und um - luft abhängigen Atemschutz

Beim umluftunabhängigen Atemschutz handelt es sich in der Regel um Atemschutzgeräte, auch Pressluftatmer (PA) genannt, die ihren Luftvorrat aus Atemluftflaschen beziehen und somit von der Umluft unabhängig sind. Die Atemluftflaschen werden mit speziellen Kompressoren befüllt. Die Atemluftflaschen gibt es in den Ausführungen Stahl, Leichtmetall und CFK und werden mit einem Druck von 200 bzw. 300 bar befüllt. Die Einsatzdauer eines Atemschutzgerätes ist stark von der Belastung des Atemschutzgeräteträgers während des Einsatzes sowie der verwendeten Geräteart abhängig.

Pressluftatmer

pressluftatmer.jpgEs gibt Atemschutzgeräte mit einer oder zwei Flasche(n). Der Luftvorrat der Atemluftflasche berechnet sich aus Flaschenvolumen x Fülldruck. Bsp.: 1 x 6 Liter Volumen x 300 bar Fülldruck ergibt eine Luftmenge von 1.800 Litern. Geht man von einem durchschnittlichen Luftverbrauch von 70 Litern pro Minute aus, so ergibt dies eine theoretische Einsatzdauer von ca. 25 Minuten. Da Sicherheitsreserven für den Rückzug und evtl. Notfälle eingerechnet werden müssen, reduziert sich die Einsatzdauer erheblich. Ein Manometer zeigt den verbleibenden Druck der Atemluftflasche an. 

Funktionsweise eines Atemschutzgerätes: Die unter hohem Druck mitgeführte Atemluft wird mittels Druckminderer auf ca. 5 bar reduziert und gelangt über einen Schlauch zum „Lungenautomaten“. Dieser Lungenautomat wird an der Atemschutzmaske angeschraubt. Ein Mechanismus im Inneren des Lungenautomaten reduziert die Atemluft auf einen Arbeitsdruck und verhindert ein permanentes Nachströmen der Atemluft. Beim Einatmen entsteht in der Atemschutzmaske ein Unterdruck. Hierdurch kann Atemluft nachströmen und gelangt über die Atemschutzmaske in die Lunge. Die verbrauchte Ausatemluft gelangt über das Ausatemluftventil der Maske nach draußen. 

atemschutzmaske.jpg Bei umluftabhängigem Atemschutz handelt es sich meist um Atemluftfilter. Diese Filter sind so aufgebaut, dass sie jeweils bestimmte Schadstoffe aus der Umgebungsluft herausfiltern. Diese Filter werden auf die Atemschutzmaske aufgeschraubt und sind nach Gebrauch zu entsorgen. Beim Einsatz solcher Filter ist eine genaue Kenntnis der vorhandenen Atemgifte erforderlich, um den jeweils für diese Einsatzsituation rich - tigen Filter einzusetzen. Weiterhin muss ausreichend Sauerstoff in der Umgebungsluft vorhanden sein. 

maske.jpg Wenn Menschen aus einer leicht atemgefährdenden Umgebung, z.B. verqualmten Treppenräumen, gerettet werden müssen, werden Fluchthauben mitgeführt, die universell einsetzbar sind und in begrenztem Umfang auch vor Kohlenmonoxid schützen.